Home
Geschichte
Klima
Wanderung
Kultur
Vermischung
Aussterben
homo javaensis
homo sapiens
Aborigines
Evolution
Zwerge
eMail
homo sapiens

Out of Afrika (alle kamen aus Afrika)

Die mitochondriale DNA von Frauen aus Afrika ist die variantenreichste heutiger Menschenpopulationen. Sie wird ausschliesslich mütterlich vererbt. Dabei treten in ihren vollständigen Zellen wesentlich mehr Mutationen auf als im einfachen Zellkern des männlichen Samens. Die Anzahl dieser Veränderungen gelten als Mass für die Zeitdauer des Genstamms.
Damit beweisen Untersuchungen, dass alle Hominiden, die älter als 2 Mio Jahre sind, aus Afrika stammen. Auch der erste homo sapiens hat vor 200.000 Jahren dort gelebt. Untermauert wird diese These darüber hinaus anhand des Y-Chromosoms des Ur-Manns, dass auch er aus Afrika kommt.

Die Theorie besagt, dass durch das Auftreten der Afrikaner vor 100.000 Jahren Peking- und Javamenschen aus Asien und der Neandertaler in Europa verschwanden. Die vormenschlichen Vorgänger wurden so gründlich ausgelöscht, dass von ihnen keinerlei genetische Spuren in der heutigen Weltbevölkerung mehr zu finden sind.
Der Homo sapiens entstand also auf dem afrikanischen Kontinent, kolonisierte dann Eurasien und verdrängte dort die Neandertaler und andere archaische Hominiden. Die unterschiedlichen Merkmale der heutigen Populationen hätten sich demnach erst in relativ junger Zeit herausgebildet.

Multiregionale Theorie der Menschheitsevolution
Hiernach haben sich aus Frühformen moderne Menschen entwickelt. Ständiger genetischer Austausch zwischen den verschiedenen Gruppen habe dafür gesorgt, dass die Menschheit trotz der geografischen Entfernungen eine einheitliche Spezies geblieben ist. Heutige Europäer trügen also auch Erbmaterial des Neandertalers in sich, ebenso wie Asiaten und Australier Nachfahren von Peking- und Javamensch sind.
Der moderne Mensch wäre also simultan in mehreren Regionen entstanden und die verschiedenen Populationendann erst durch genetischen Austausch zur Art homo sapiens zusammengewachsen.
Neue genetische Untersuchungen geben sogar zur Vermutung Anlass, die Wahrheit könnte auch irgendwo dazwischen liegen. Danach wäre homo sapiens zwar aus Afrika ausgewandert, hätte aber die in Eurasien lebenden archaischen homo-Populationen nicht vollständig verdrängt, sondern sich mit Vertretern dieser Populationen vermischt.

Vor 420.000 bis 800.000 Jahren zogen archaische Menschenformen von Afrika aus in die Welt hinaus und trafen in der Fremde auf noch ältere Typen. Möglicherweise gab es schon bei dieser ersten Welle eine Vermischung, doch dürfte ein Genfluss damals wohl sehr gering gewesen sein.
Demnach wurden vor 80.000 bis 150.000 Jahre bei der nächst grösseren Wanderung aus Afrika die in Asien und Europa ansässigen Spezien auch nicht verdrängt und ausgelöscht (replacement), sondern sie konnten sich mit ihnen fortpflanzen.

Aber aus einem Vergleich der Erbsubstanz von Mitochondrien, die mit eigenem Erbmaterial versehenen sogenannten Kraftwerke der Zelle, die nur von der Mutter vererbt werden, wird - wie bereits gesgt - geschlossen, dass die jetzt lebende Menschheit auf eine gemeinsame Linie zurückgeht, die aus Afrika stammt und nicht älter als 200 000 Jahre ist.
Doch neuere anatomische Befunde sprechen nicht für eine alleinige Urmutter, die vor 100.000 Jahren aus Afrika kam. Im November 1998 wurde im Lapedo-Tal in Zentralportugal ein 25.000 Jahre altes Kinderskelett gefunden, das den Forschern Kopfzerbrechen bereitete. Es handelte sich um die Gebeine eines etwa vierjährigen Kindes, das mit all den von modernen Menschen bekannten Zeremonien bestattet worden war. Große Teile des Skeletts wirkten tatsächlich völlig normal, aber manche Details ließen die Anthropologen stutzen, zum Beispiel die kurzen Oberschenkel und das fliehende Kinn. Das sind typische Neandertaler-Merkmale. (-> wirklich ein Hybrid?)

Genetische Veränderungen können sich auch gleichmässig durch zufällige Mutationen ansammeln und brauchen nicht durch eine Selektion beeinflusst werden. So muss es vor etwa 50.000 Jahren unter den Menschen in Afrika eine genetische Veränderung gegeben haben. Diese Mutation hat modernes Verhalten erst möglich gemacht und den Keim zur Kultur gelegt. (-> Mutation statt Evolution?)
Vor etwa 50.000 Jahren ist die Population dramatisch eingebrochen. Es war der Höhepunkt der Eiszeit. Es waren etwa 5.000 gebärfähige Frauen, eine gleiche Zahl von Männern und viele Kinder. Eine Mutation in einer Bevölkerung dieser Grösse setzt sich schnell durch, wenn sie Vorteile bietet. Es entwickelten sich Kunst, Kultur und Erfindungsgeist, die sie über alle anderen Spezies stellten.
Diese genetische Revolution war die zugleich wichtigste und letzte in der Geschichte des Menschengeschlechts. Damit wurde die Gabe zur Kreativität des Menschen gelegt.