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der Javamensch

Die augenblicklichen Nachforschungen sind noch nicht so fortgeschritten, um exemplarische Aussagen über die vorhandenen Befunde zu machen. Doch es gibt Hinweise, die den Schluss zulassen, dass der Neandertaler überlebt hat.

Natürlich nicht in seiner westlichen Form in Europa. Hier ist er zweifelsohne ausgestorben. (Wenn er auch genetisch zu ca. 4% in uns weiterbesteht). Doch sein Vetter in Asien scheint bessere Klimaumstände vorgefunden zu haben.
Die Ahnen von Neandertaler und JavaMensch bildeten einst den selben Stamm in Afrika, den homo erectus. Dieser verteilte sich vor 1-2 Milionen Jahren bei seiner Auswanderung über die Kontinente. In Europa wurde er zum Neandertaler, in China zunächst zum Pekingmenschen, dann zum homo javaensis.
Genetisch waren sie aber noch eng miteinander verwandt. Immer wieder traten auf beiden Seiten kleinere Mutationen und Anpassungen auf, die vor allem dem Klima geschuldet waren. So unterschied sich der Javamensch zunächst nur in wenigen, unbedeutenden Äusserlichkeiten.
In Europa war es deutlich kälter als in Indonesien. Es verstärkten sich Augenwülste, Nasengänge und Brustkorb beim nordisch-westlichen Neandertaler, um sich gegenüber der Kälte besser zu wappnen. Die Körper beider waren kräftig und gedrungen, etwa 1,70 Meter gross. Hier konnte Wärme optimal gespeichert werden. Sie besassen eine kleine Taille, kurze Gliedmassen, und die Rippen gerieten nach unten immer ausgestellter. Beim Neandertaler hat die besonders grosse Brust Wärme noch effizienter gespeichert, obwohl die Hauttemperatur geringer war. Dabei zirkuliert das Blut nämlich mehr nach innen, um die Organe zu schützen. Grosse Muskelmasse ist somit ein Vorteil, weil sie als Isolierung wirken kann.
Zusätzlich hatte der Neandertaler dickere Augenwülste, die ihn vor der tiefer liegenden Sonne schützten. Auch war seine Nase breiter, um die kalte Luft vorzuwärmen. Heutige asiatische Völker haben eher kleine Nasen. Es war dort immer wärmer als in Europa.

Wieso ist der Neandertaler ausgestorben, aber nicht die Nachkommen des Javamenschen?
In Nordeuropa schwankten die Temperaturen ausgesprochen oft. Es lag unter einer Kilometer dicken Eisschicht. Südlich davon boten sich in den Tundren am Rande der Wälder schliesslich gute Überlebungschancen.
Der Neandertaler war bislang ein Waldrandmensch gewesen, der im Gestrüpp des hohen Buschwerkes auf Jagd ging. Dort fand er vor allem Rotwild. Für seine Muskelmasse brauchte er viel Fleisch. Hauptsächlich ass er Bisons, Bären, Rentiere, Mammuts und Wollnashorn. Dies beweisen Isotopenmessungen seiner Knochen. Außerdem zeigt Collagen, ein Eiweiß, dass die Knochen zusammenleimt, am Gehalt von Stickstoff und Kohlenstoff, wovon er sich ernährt hat. Eine kleine Familie musste jeden Tag einen halben Hirsch essen. Bei der Jagd verbrauchten sie mit ihren Waffen (schwere Speere, deren Spitzen aus Stein waren) aber doppelt so viel Energie wie wir heute. Im Unterholz der Büsche konnte der Speer nicht geworfen werden. So mussten sie dort der Beute auflauern und sie dann erstechen. Aufgrund dieser besonderen Technik war in der Regel sein rechter Arm kräftiger als der Linke.
Vor 45.000 Jahren wurde es aber trockener und kälter in Europa. Wärme- und Kälteperioden wechselten sich schnell ab. Innerhalb einer Generation konnten die Wälder verschwinden und einer unwirtlichen, offenen Landschaft Platz machen. Hier konnte sich der Neandertaler nicht mehr anschleichen. Die Tiere sahen ihn schon lange vorher. Aber sein Speer war zu schwer zum Werfen. In der Steppe hätte er seine Technik innerhalb weniger Jahrzehnte umstellen müssen. Doch sein ganzer Körper war ungeeignet für eine neue Jagdmethode. Er war untersetzt, unbeweglich und langsam. Kurze, kräftige Gliedmasse eignen sich zur Kraftentwicklung, aber nicht zum Laufen. Ausserdem war sein Becken zu breit.
Er wurde ein Opfer des Klimas und einer Spezialisierung, die nun mit der erheblich veränderten Vegetation nicht mehr Schritt halten konnte. Der homo sapiens übrigens vermochte sich, obwohl er nicht so gut an die Kälte angepasst war, besser im offenen Gelände zu orientieren. Er besass zum Beispiel einen leichten Speer, den er an einem Haken schleuderte.

Neuere Untersuchungen erklären heute die ständigen Klimaschwankungen der nördlichen Sphäre. Durch das Schmelzwasser vor allem der sibirischen Flüsse gelangte derart viel SüssWasser in den Atlantischen Ozean zwischen Spitzbergen und der Barentssee, dass sich der Golfstrom zurückzog. Dort ist nämlich der Motor seiner Fliessbewegungen. Aufgrund des kalten, salzhaltigen Wasser sinkt er normalerweise nach unten und reisst das Wasser mit. Dieses strömt nun über dem Meeresboden zurück in den Golf von Mexiko. Hier erwärmt es sich wieder, zusätzlich noch einmal durch die austretenden, heissen Magmadämpfe bei den Azoren und fliesst dann wieder in das Europäische Nordmeer.
Doch je salzarmer er dort durch das viele Schmelzwasser wird, umso mehr zerfliesst er. Je eher, desto kälter werden dann die dahinter liegenden Regionen. Wenn der Golfstrom es nicht mehr bis Nordeuropa schafft, verfällt es in bittere Kälte.

Der Javamensch traf schon von Vornherein auf ein milderes Klima. So entwickelte sich sein Körper im Laufe der Jahrtausende immer unterschiedlicher. Auch brauchte er sich nicht aufgrund von schweren Klimaveränderungen ständig umstellen.

Neueste Forschungen zeigen nun, dass es einen weiteren, einschneidenden Beweis für den evolutionär bedingten Vorteil des Javamenschen gibt. Der Gleichgewichtssinn der Gehörgänge variiert je nach dem Bewegungsdrang einer Art. Schon einige Zeit wissen wir, dass es einen Zusammenhang bei Säugetieren und Vögeln zwischen ihrer Beweglichkeit und der Grösse der Bogengänge gibt. Je beweglicher sie sind, desto grösser.
Die beim Neandertaler waren deutlich kleiner als beim homo sapiens. Es ist sogar festzustellen, dass sie in der Evolution des Menschen immer grösser wurden, beim Neandertaler jedoch immer kleiner. So konnte er nur schlecht laufen und springen!
Leider ist nie ein vollständiges Skelett unserer Vormenschen gefunden worden. Doch nach noch unveröffentlichten Beweisen, die die Ohrknöchel eines Javamenschen vor 65.000 Jahren zeigen, soll der Nachkomme des dortigen homo erectus über Bogengänge verfügt haben, die denen des heutigen Menschen fast gleich kommen. Er hatte in Asien überlebt und sich mit dem später dort einwandernden homo sapiens zum homo javaensis vermischt.

Es ist noch zu früh, zu vermuten, dass er weiterhin überlebt hat. Doch mit seiner Einwanderung nach Australien blieb er für 20.000 Jahre isoliert. Und als die Aborigines dort in einer 2. Welle vor 45.000 Jahren ankamen, ist er wohl in ihnen aufgegangen.