Home
Geschichte
Klima
Wanderung
Kultur
Vermischung
Aussterben
homo javaensis
homo sapiens
Aborigines
Evolution
Zwerge
eMail
Aborigines

Vom Ursprung der Sitten

Die Einwanderung der Aborigines vor 45.000 Jahren in Australien ist belegt. Andere meinen, dass sie schon vor 60.000 Jahren kamen. Mittlerweile ist es bewiesen: die Radiokarbonmethode reicht nur bis 40.000 Jahre zurück. Weiter geht das Lumineszenzverfahren. Es konnte menschliche Fossilien mit eben diesem Alter bestimmen. Gleichzeitig ist dieser Fund die älteste gefundene DNA des modernen sapiens. Aber dennoch unterscheidet sie sich von der des heutigen Menschen. Es waren auch keine Aborigines, die da eingewandert waren. Es war der homo javaensis. Dieser stammte aus einer früheren Epoche der Verschmelzung von sapiens und erectus in Asien. Dabei wird schnell klar, dass durch die ständige Vermischung die Unterschiede innerhalb von 20.000 Jahren zwar nicht gross, aber oftmals bedeutsam sein konnten.
Schnell erwarben die Aborigines einen Glauben an eine Traumwelt, in der Geister alles erschuffen und dann zurückgingen in den Himmel oder in die Landschaften. Dreamtime ist die Kosmologie von Mensch und Tier. Deshalb existiert die TraumZeit auch weiter, da noch alles da sind.
Das Leben hat seinen Ursprung in der Tjukurpa, der Schöpfungsperiode. Zu dieser Zeit hielten die Spiritvorfahren als Menschen oder Tiere Einzug ins Land. Einige kamen als Schlangen aus der Erde. Sie arbeiteten sich an die Oberfläche und formten so die Landschaft. Ausserdem gaben sie den Menschen ihre Gesetze sowie Antworten zur Entstehung des Universums und der Naturgesetze, den Beziehungen zwischen den Geschlechtern, über das Leben, den Tod und das Leben danach.
Die TraumWelt ist die alte Zeit der Ahnen. Sie trauchten auf der Erde auf, als sie erschaffen wurde. Von da an begann die Zeit der Welt. Vorher war diese flach und dunkel. Tot und ruhig. Unbekannte Lebensformen schliefen unter ihr. Dann zerbrachen die Ahnen die Kruste, und die Sonne kam daraus hervor und schien zum ersten Mal. Sie schuffen die Menschen als ihre Nachfolger. Sie brachten Wasser, Luft und Feuer, Sonne, Mond und Sterne. Danach versanken sie wieder in der Erde und kehrten in ihren Schlaf zurück. Manchmal kommen ihre Geister zurück und werden zu Felsen oder Bäume. Das sind dann heilige Plätze, an denen sich nur initiierte Leute aufhalten dürfen.
Noch heute bringen sie den Menschen die Gesetze des Lebens. Sie helfen den Kindern, erwachsen zu werden, Essen zu finden, sich zu vermehren bzw. ihre Nutztiere und Pflanzen gut zu behandeln und geschickter in der Umgebung zu werden. Auch bringen sie die Toten zu ihren letzten Plätzen.
So setzen die Aborignes z.B. kontrolliertes Feuer (burn backs) ein, um Unkraut auszurotten, Junges wachsen zu lassen und eingeborene Pflanzen vor der Ausrottung zu schützen. Während der Jagd und dem Sammeln wird nur das Notwendigste genommen. Flächen können indes regenerieren, da sie umherwandern.
Dafür schützen die Aborigines ihre heiligen Stätte mit Ritualen und halten eine Balance untereinander. Bei diesen Corroborees vollführen sie Geschichten und Ereignissse des einzelnen Wesens mittels Liedern, Malereien, Tänzen und spezieller Ausrüstung. Masken, KopfSchmuck und Körperbemalung gehören dazu.

Ist das wirklich alles so gewesen?
Zur Religion wird weiter unter Stellung genommen.
Zunächst soll untersucht werden, inwieweit sich die Aborigines wirklich an die Regeln der Geister ihrer Traumwelt gehalten haben.
Zunächst ist die Einstellung kritisch zu betrachten, Unkraut auszurotten. Denn was für den einen unnütz erscheint, ist für den anderen überlebenswichtig. Es mag Tieren zum Fressen dienen oder sich durch Feuchtigkeitsbindung und Erddünnung in den O2-CO2-Kreislauf der Luft einreihen. In der Natur hat ein jedes Ding seinen Nutzwert, sonst würde es nicht überlebt haben! Eine also eher kurzsichtige und unnatürliche Perspektive, die nicht für Götter, sondern eher für Menschen spricht.

Desweiteren haben sie, noch bevor der Europäer kam, bereits mehrere Tierarten ausgerottet. Den Donnervogel, 250 Kg Fleisch, den Diprotodon, ein 2-Tonnen-schwerer Pflanzenfresser und den Megalamia, ein 6 m langer, tagaktiver Riesenwaran gibt es nicht mehr. Innerhalb von 25.000 Jahren seit der Einwanderung der Aborigines sind viele GrossTierarten ausgestorben.
Hingegen hat sich das Riesenkänguruh stark vermehrt. Vor 40.000 Jahren kam es kaum vor. Zu dieser Zeit war Australien noch von dichtem, trockenem Djungel bedeckt. Es herrschte Buschwerk voller Kletterpflanzen und Früchte tragender Bäume und Pflanzen vor. Kein schnelles Fortkommen für den grossen Hüpfer.
Bis die Aborigines kamen und den dichten Busch verbrannten. Seit dem ist entsprechend mehr Holzkohle gefunden worden. 100-te km breite Feuerstürme rasten wochenlang über das Land. Eine Flammenwand ist schneller, als ein Tier laufen kann. So starben viele Tiere nicht durch die Jagd, sondern auch durch das Feuer aus.
Diese Flächenbrände hatten mehrere Zwecke:

Dadurch wurde der Lebensraum völlig verändert. Grossbuschige Flächen verschwanden. Baumarten starben aus. Die feuerresistenten Eukalyptusbäume breiteten sich aus. GrasSteppen entstanden. Und bildeten eine geeignete Nahrungsgrundlage für die Känguruhs. Ausserdem fanden sie nun genügend offenes Land, um sich optimal fortzubewegen.
Aber es kam noch ein Prozess bei den grossflächigen Bränden hinzu, der auch heute wieder in unser Klima eingreift. Durch die Verbrennung werden Russpartikel in die oberen Luftschichten getragen. Sie lagern sich in den Wolken ab. Dadurch werden die Tröpfchen klein gehalten. Sie können so nicht grösser werden, sondern sich nur entsprechend vermehren. Mehr Tropfen ergeben mehr Oberfläche. So wird das Sonnenlicht stärker zurückgespiegelt. Es geht also durch diese globale Verdunklung (global dimming) Energie für die Pflanzen verloren, um sich zu regenerieren.
Das führt dazu, dass die Verdunstung abnimmt. Es kommt zu weniger Wolkenbildung und also zu weniger Regen. Dürre- und Hungerkatastrophen waren die Folge.
Andererseits wächst durch die Verbrennung der CO2-Gehalt der Luft. Eine Weile halten sich Abkühlung und Erwärmung die Waage. Sobald sich die Vegetation aber ausreichend verändert und die Luft wieder gereinigt hatte, stieg die Temperatur. Alsbald gab es Bedingungen, wie sie heute existieren.
Der dichte Busch war verbrannt. Boden erodierte. Humus wurde abgetragen. Wasser versiegte. Die Wüste war entstanden. Mit einem unerträglichen Lebensraum von 40-50° C am Tag.

Was ist eigentlich Religion?
Die Aborigines kamen vor 60-40.000 Jahren aus Südostasien. 300.000 - 1 Mio Menschen gab es vor der Kolonisation. 500 verschiedene Stämme mit jeweils eigenen Sprachen. Sie haben das Land nicht kultiviert. Fruchtbares war selten. Es gab keine Rinderzucht, nur Jagd und Sammeln. Ihr halbnomadisches Wandern wurde von Wasserstellen begrenzt und geleitet. Es gab keine politischen Führer, nur religiöse. Der Clan bestand aus Jagdgruppen und Familieneinheiten. Ihr Gebiet war das ihrer Totemgeister. Heute gibt es noch 230.00 Aborigines, 2% der Australier.
Eine jede Religion entsteht durch die Erkenntnis des Menschen, dass er sterblich ist. Hierbei wird seine Erklärungsnot bei Naturphänomenen und Katastrophen wie seinem eigenen Tod ausgenutzt.
Er benötigt dann einen Halt, der ihm in der Regel durch das Weiterleben nach dem Tod versprochen wird.
Wenn ein Verwandter oder Freund gestorben ist, werden bei der Trauer die Körper mit Ton, rotem Ocker oder Holzkohle bemalt. Religionen verherrlichen Götter und die Ewigkeit. Durch Begräbnisse wird das Leben nach dem Tod ermöglicht bzw. begünstigt.
Der Neandertaler hatte bereits erste Gräber vor 50.000 jahren gehabt. Er und die Aborigines hatten die ältesten Religionen der Welt. Es sind zwischen 40.000 - 47.000 Jahre alte Piktogramme des Dreaming gefunden worden.
Ihr Unterschied zu den grossen, aktuellen Religionen besteht darin, dass sie keine Propheten haben, die hinausgeschickt werden, um den richtigen Weg zu predigen. Auch gibt es keinen Satan.

Haben die Geisterahnen einen Klima- und Kultureingriff nicht verhindern können?
Wer sind überhaupt diese Götter der Traumzeit? Offensichtlich heilige Wesen, die die Welt geschaffen haben. Und die den Aborigines nach ihrem Verständnis die Aufgabe hinterlassen haben, das Geschaffene zu achten und darauf aufzupassen.
Aber es ist doch merkwürdig: Entweder haben die Aborigines diese Anweisungen nicht richtig verstanden oder nicht vollends befolgen können. Denn oftmals haben sie deren Hinterlassenschaften zerstört und ihre Umwelt auf das Gefährlichste für sich selbst verändert. Da sie aber immer noch mit ihnen an heiligen Plätzen oder bei Ritualen in einem Austausch stehen, mit ihnen kommunizieren, und diese sich bisweilen als pflanzliche Inkarnation oder Ähnliches zu erkennen geben, bleibt die Frage, warum sie die Machenschaften der Aborigines nicht besser gelenkt haben?
Wobei auffällt, dass die Gesetze, die in der Dreamworld weitergegeben werden, sehr menschliche Ansprüche haben. Wie so vieles aus der Sicht der Beteiligten geschaffen zu sein scheint. Denn Götter müssten eigentlich mehr wissen. Universeller denken.
So bleibt der subjektive Aspekt der Menschlichkeit. Reduziert auf sein Handeln und die Vorstellung der eigenen Bedürfnisse. Und da erhebt sich die Frage, ob die Zeit, in der die Aborigines glauben, die heiligen Geister hätten die Welt erschaffen, nicht die Zeit ist, in der sie auf die späten Javamenschen stiessen. Den homo javaensis mixtus. Dessen vermeintliche Fähigkeiten ihn zum höheren Wesen werden liessen.
Hier wird die Wissenschaft ansetzen müssen. Wie verliefen die Begegnungen zwischen beiden Bevölkerungsgruppen. Die einen, die sich bereits seit 20.000 Jahren auf dem Kontinent Australien eingerichtet hatten. Und die anderen, die ihnen folgten. In eine für sie zunächst noch fremde Welt.
Genetisch weist der Aborigine keine relevanten Übereinstimmungen mit dem homo neandertalensis oder auch dem Javamenschen auf. Enge Verwandtschaftsgrade hat er zum homo mixtus javaensis. Neueste Forschungen beweisen, dass es zu Paarungen unter ihnen kam. Ursprünglich stammt der Aborigine von den homo sapiens der Inseln Timor und Papua-Neuguinea, woher auch der Javaensis aus dem Völkergemisch stammt. Beide Kulturen lebten lange isoliert auf Australien. Durch ihre Vermischung ging ein kleiner Anteil des JavaMenschen in dem Aborigine auf.